Achte auf deinen Gedanken!

Was mir heute, 29. April 2020, so durch den Kopf ging:

 

„Glaube nicht alles, was du denkst.“ (Autor unbekannt)

 

Achte auf deinen Gedanken! Achtsamkeit heißt also auch, dass ich nicht alles ungeprüft glaube, was mich so an Informationen erreicht. Selber denken, heißt die Devise. Aber wer kennt das nicht: Da wird einem etwas Ungeheuerliches über eine/n Bekannte/n erzählt und man denkt: das kann doch nicht wahr sein! Dann kommt auch noch jemand dazu und lässt seiner Phantasie freien Lauf, äußert Vermutungen über die Gründe und erdenkt in seinem (und dann auch meinem) Kopf schlimme Szenarien in der Folge und wir halten uns vor Staunen und Entsetzen die Hand vor dem Mund. Die Gerüchteküche brodelt, Verunsicherung und Ängste machen sich in meinem (und sicher auch in seinem) System breit. Wie fühl ich mich denn jetzt auf einmal? Vorhin hatte ich noch gute Laune und war ganz fröhlich – auf einmal spüre ich ein leichtes Zittern in den Beinen und Wabern in meinen Knien. Was ist denn nun los? Jetzt kann ich ganz deutlich erkennen, das aus den Gedanken Gefühle geworden sind.

 

Auch die Naturwissenschaftler und Forscher kommen inzwischen dahinter: „Die Psyche ist derart mächtig, dass sie Beschwerden auslösen kann“, sagt Psychiater und Hochschullehrer Prof. Gerhard Gründer. Und das nennt man den NOCEBO-Effekt. Schon von gehört?

 

Deshalb ist es so wichtig, was wir denken. Und wir können lernen, unsere Gedanken zu lenken. Was nicht heißen soll, dass ich alle Missstände, die es gibt auf der Welt ignoriere. Ich nehme sie wahr, kultiviere ein Form von achtsamen Mitgefühl und tue, was ich tun kann und muss, d.h. was in meinem Einfluss- und Machtbereich liegt. Sei es, dass ich hinterfrage, sei es, dass ich meine eigenen Gedanken in den Raum gebe oder ins entsprechende Handeln komme. Wenn ich aber völlig irritiert und verunsichert bin, suche ich das Gespräch mit mir vertrauten Menschen, die mir helfen, die Dinge wieder zu sortieren.

 

Ich hatte ja an anderer Stelle schon erwähnt, dass ich mit Gedanken Realitäten schaffen kann, seien es meine eigenen oder „vorgedachte“. Das bedeutet, dass ich – wenn ich Spekulationen weiteren Raum gebe und sie weiterverbreite, mit dazu beitrage, dass sich die Wahrscheinlichkeit, dass diese Szenarien dann tatsächlich eintreffen, erhöht. Ich füttere also mit meinem „Nachdenken“ (oder „Hinterherdenken“) nur den „bösen Wolf“ (aus dieser bekannten Indianergeschichte), der dann größer und größer wird und am Ende im schlimmsten Fall auch noch der Sieger wird. Dann ist genau das eingetreten, was ich ja gerade nicht wollte.

 

Du kannst das selber einmal ganz einfach in deinem Beziehungskreis ausprobieren: Setze dich bequem hin und denke an einen Freund oder Freundin, die du richtig gut leiden kannst. Dann stell dir vor, dass sie/er jeden Moment zur Tür hereinkommt und wie sie oder er dich anschaut und begrüßt. Spüre hinein, wie sich das anfühlt. Gib dir einen Moment Zeit.

Und dann wechsel innerlich deine Einstellung zu dieser Person: Stell dir vor, sie hat irgendetwas getan, was dich verärgert oder einfach, dass sie dich nicht leiden kann. Wie kommt diese Person jetzt zur Tür herein? Was nimmst du wahr – nur in der Imagination? Spüre auch hier einen Moment hinein.

Und nicht vergessen: Nimm ganz bewusst diese Imagination wieder zurück! (Wichtig!)

Du kannst es ja auch „im richtigen Leben“ mal umgekehrt ausprobieren, mit einem Menschen, von dem du glaubst, dass du ihn oder er dich eigentlich nicht mag. Was passiert, wenn du dir vorstellst, dass dieser Mensch dich außerordentlich toll findet und gerne mit dir zusammen ist? Probier es aus! Ich bin auf deine Erfahrung gespannt - falls du dich darauf einlassen magst. Wir können wirklich mit unserer eigenen Einstellung Beziehungen verändern und damit die Realität. Ist das nicht toll?

 

… und hier ein Gegenmittel, falls sich durch das viele Zu-Hause-Sein und die wenige Bewegung auch noch ein Gefühl von Trägheit (Tamas) breit gemacht hat, habe ich hier etwas ganz Zauberhaftes: Gegen Trägheit in der Verdauung und im Geiste wirkt diese Suppe Wunder. Hiermit kommt Bewegung in unser Gemüt und in unsere Verdauungs- und Ausscheidungsfunktionen:

 

Rote Bete-Suppe:

 

1l Wasser

1 große Rote Bete (oder entsprechend mehrere kleine)

250 ml Mandeldrink

½ TL gemahlenen Koriander oder besser: frisch zerstoßen

½ TL Kreuzkümmel ebenso

½ TL Salz

Pfeffer

Gehackte Walnüsse

 

Die Rote Bete im heißen Wasser weich kochen.

(Tipp: du kannst die rote Beete im Stück kochen! Dann vorher gründlich abbürsten, etwas abkühlen lassen; dann lässt sich die Haut ganz leicht abziehen.)

Je nach Größe kann sie bis zu 45 Min. brauchen, um weich zu sein. Die Rote Bete in kleine Stücke schneiden und alles zusammen mit dem Mandeldrink und den Gewürzen in den Mixer geben oder pürieren. Gegebenenfalls noch einmal auf die gewünschte Temperatur erwärmen und mit den Walnussstückchen servieren. Hmm – lecker!

Wenn du die (sehr nährstoffreichen) Blätter noch verwenden möchtest, kannst du diese – gründlich gewaschen -  in ca. 5 cm große Stücke schneiden, in heißem Öl bei mittlerer Temperatur ca. 4-5 Min. braten und als essbare Deko dazu reichen. Bon appetit!

 

 

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© Manuela Döll